Toilettenpapier braucht man bei der goldenen Dusche nicht.
Toilettenpapier braucht man bei der goldenen Dusche nicht.

Gründe für die „goldene Dusche“

Der goldene Wasserhahn ist das sichtbare Symbol für den sagenhaften Reichtum aus den Märchen von 1000 und 1 Nacht. Ein Luxusgut, dessen Besitz für viele attraktiv erscheint. Von der „goldenen Dusche“ dagegen träumen die wenigsten. Warum ist das so? Wir suchen nach Erklärungen für das Praktizieren von „Natursektspielen“.

 

Bin „angepisst“ und es gefällt mir?

Die Wissenschaft ist uns da schon einen Schritt voraus. Sie hat gleich mehrere Erklärungen parat, warum Menschen dem Reiz erliegen andere anzupinkeln. Einer davon wirft nicht gerade ein gutes Licht auf den Entwicklungsstand dieser Fetischisten.

Sie sind in der Entwicklung auf dem Niveau eines Kleinkindes, lautet die gängige Theorie. Die Neugierde, mit der das Kleinkind sich selbst besudelt (Besudelungstrieb) ist bei diesen Menschen immer noch stark ausgeprägt. Damit prognostizieren die Fachleute quasi ein Verhalten, welches andere gleichaltrige erwachsene Zeitgenossen längst abgelegt haben oder als zivilisierte Mitglieder der Gesellschaft zumindest willentlich unterdrücken.

Auch wenn man dieser Theorie nicht folgt, landen andere Experten bei der Ursprungssuche genauso im Kleinkindalter.

Von Kleinkindern, die für das erfolgreiche Urinieren ins Töpfchen von der Mutter untenrum gehätschelt oder gesäubert werden und das mit sexuellen Wohlgefühlen in Verbindung bringen, ist da die Rede. Diese frühzeitige Assoziation führen dann ohne Umwege zum NS Fetisch.

Und schließlich erwacht ja auch heutzutage noch in jedem Mann dieser Ur- Instinkt sein Revier zu markieren und gegenüber der Konkurrenz deutlich zu machen, zu wem die Frau gehört. Das Sammelsurium an verschiedenen Annahmen zum Ursprung des NS- Fetisch ließe sich noch beliebig fortsetzen. Die WHO hat es einst gleich unter der Bezeichnung „Präferenz für eine Sexualstörung“ als Krankheit eingestuft.

 

Ekelfaktor Natursekt: Zerrbild von Gesellschaft, Medien und Medizin?

Ein offenes Bekenntnis zum NS- Fetisch kann auch heute noch zu abschätzigen Blicken, geschweige denn Unverständnis führen. Da kommen schnell Zweifel an der neu entdeckten Neigung auf:

„Bin ich vielleicht doch krank oder abartig veranlagt?“

Zur Beruhigung sei gesagt, dass die Einstufung als Krankheit schon längst Schnee von gestern ist. Nur wenn der Hang zu Natursektspielen so extrem ausgeprägt ist, dass eine normale Sexualität (Geschlechtsverkehr) nicht ausgelebt werden kann, kann man in diesem Zusammenhang noch von einer psychischen Problematik sprechen.

Diese Feststellung veranlasst die meisten Betroffenen aber jetzt keineswegs offener mit dem Thema umzugehen. Dafür werden in der Gesellschaft, den Medien und der Medizin einfach die extremsten Positionen abgebildet. Kein Wunder also, wenn sich NS Liebhaber nicht öffentlich mit ihrer Leidenschaft identifizieren, weil die Pornoindustrie unvermittelt Bilder von hemmungslosen Natursektspielern zeigt, die keine Grenzen bei der „Besudelung“ (bis zum Urin trinken) kennen. Geschweige denn unter diesen Umständen eine gleichzeitige Affinität zur Koprophilie als unwiderlegbare Tatsache propagiert.

Für die Gesellschaft sind solche Vorstellungen einfach nur ekelhaft. Sie wurde von der Idee geprägt, dass weder Urin noch Kot dem menschlichen Lustgewinn dienlich sein kann. Wer sich zu den Abfallprodukten des menschlichen Körpers hingezogen fühlt bzw. diese bewusst beim Liebespiel einsetzt, ist ein Sonderfall in der Gesellschaft.

Die Medizin versucht dieser Erkenntnis Rechnung zu tragen, indem sie nach medizinischen (Schädlichkeit/Gefahren) und psychologischen Erklärungsmustern (Kindheitsprägung etc.) sucht.

 

Durchs Schlüsselloch geguckt.
Durchs Schlüsselloch geguckt: Wie stehst du zur goldenen Dusche und Natursekt? Hinterlasse gern einen Kommentar!

 

Demütigung mit Natursekt

Denn ja natürlich existieren Hardcore Fetischisten, die eigenwillige Fantasien ausleben. In der BDSM Szene gehört es zum guten Ton, wenn der Herr oder die Herrin seinen Sklaven anpinkelt. Die Erniedrigung durch den frischen „Strahl“- am besten auch noch ins Gesicht- ist Teil des Rollenspiels und führt mitunter zu skurrilen Situationen für Außenstehende. Unvorstellbar, dass solch eine Behandlung stimulierend wirken soll. Schließlich missbrauchen manche Männer ganz bewusst ihren Urin als „Tatwerkzeug“. Sie stehen dabei in keiner Verbindung zur SM Szene oder frönen dem Natursekt- Fetisch.

In einer Machtdemonstration wollen sie im Rahmen einer Vergewaltigung ihr Opfer demütigen und erniedrigen. Ob es der ungeheure Hass auf die arrogante Frau von Welt (arrogant aus Sicht des Täters) ist oder ob die coole Jugendgang aus dem sozialen Brennpunkt ein Exempel statuieren will an dem „Freiwild“, welches ihren Anweisungen nicht folgt: Es bleibt eine herablassende Tat.

 

Ohne Aufwand zum Ursprung

Latexlaken gibt es z.B. diskret bei Amazon.
Latexlaken gibt es z.B. diskret bei Amazon.

Zwischen den Zeilen zu lesen und einen Unterschied zu machen, das gelingt der Gesellschaft immer weniger. Den Gelegenheitspinkler kann man eben keinesfalls in einen Topf werfen mit dem perversen, abartigen Hardcore Pinkler. Sie selbst wissen am besten in welche Kategorie man ihre Leidenschaft einordnen kann, geschweige denn wie man ihre Vorlieben zu bewerten hat. Da kommt kein Stempel a la „auffälliges Verhalten in der Kindheit“ heran.

Denn meistens sind die Ursprünge und Motive viel simpler als angenommen:

  • Man hatte beim Geschlechtsverkehr Druck auf der Blase und versehentlich zum Höhepunkt gepinkelt. Daran hatte man Gefallen gefunden
  • Man hat seinen Partner heimlich beim Pinkeln unter der Dusche beobachtet und mit dem Gedanken gespielt wie es wäre, wenn dieser einen mit seinem Strahl treffen würde. Die Spielart wurde in die Tat umgesetzt. Hygiene und Sauberkeit stehen im Vordergrund. Man möchte gar nicht den Aufwand betreiben und spezielle Latexlaken oder Malerfolie besorgen. Die Spielart soll auf den Sanitärbereich beschränkt bleiben
  • Man hat einen entsprechenden Porno aus Neugierde angesehen und entsprechend experimentiert. Somit nur eine kurzweilige Phase, um das Repertoire des Sexuallebens zu erweitern
  • Auch seltsame Blüten kann die Leidenschaft (an-) treiben: Der Zeitpunkt, in dem man sich in einer Beziehung so vertraut ist, dass man Toilettengänge voreinander begeht und dem Partner sogar die Stange hält, kann zu neuen Ufern führen.

 

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